Deutschland Hotellerie, Gastronomie & Tourismus Mittlere Erfahrung

Souschef:in

Stellenausschreibung, Gehalt, Sourcing, 15 Interviewfragen und 30/60/90-Plan, um Souschef:innen in der deutschen Gastronomie einzustellen.

Zusammengestellt vom Join-Team auf Basis öffentlicher Daten und unserer Recruiting-Erfahrung.

Aktualisiert

Auf einen Blick

  • Mediangehalt 38.000 € 30.000 € – 48.000 €
  • Einstellungsdauer 35–55 Tage
  • Erfahrung 5–12 Jahre

So stellen Sie eine:n Souschef:in für Ihre Brigade ein

Bevor Sie die Stellenausschreibung schreiben, klären Sie drei Fragen. Sie bestimmen, welches Profil Sie wirklich brauchen, und vermeiden die häufigsten Scope-Fehler in der deutschen Küchen-Brigade.

Frage 1: Souschef:in, Chef de Partie oder Küchenchef:in-Stellvertretung mit anderem Namen? Die drei Rollen überschneiden sich teilweise, sind aber nicht gleichwertig. Ein:e Chef de Partie führt eine Station (Saucier, Patissier, Garde Manger, Entremetier oder Rôtisseur) mit 1-2 Commis unter sich und ist für Mise en Place und Pass-Output der Station verantwortlich. Ein:e Souschef:in vertritt die:den Küchenchef:in, führt die gesamte Brigade übergreifend, hat Mit-Verantwortung für Karte, Wareneinsatz, HACCP und Personal-Führung. In manchen Hotelketten oder Multi-Outlet-Häusern existiert zusätzlich eine Junior-Souschef:in-Stufe zwischen Chef de Partie und Souschef:in, in anderen Häusern wird die Stellvertretung der:des Küchenchef:in direkt von einer:einem stellvertretenden Küchenchef:in geführt. Präzisieren Sie die Funktion schon im Titel: Souschef:in (m/w/d), nicht polyvalentes Profil Küche, was nichts aussagt.

Frage 2: Welche Konzept-Kategorie? Im deutschen Markt liegen vier klar getrennte Welten. Individualgastronomie (autonome Karten-Entscheidung, lokale Lieferanten, persönliche Saisonalität, oft inhabergeführt). Hotelrestaurant (Verbund mit Bankett, Bar, Frühstück, Bewertungs-Druck über Hotelketten-Plattformen wie Booking, OTAs und Tripadvisor, F&B-Reporting an Hotel-Direktion). Systemgastronomie (60-150 Sitzplätze, standardisierte Karte, zentrale Vorgaben für Wareneinsatz und Mise en Place, oft Multi-Outlet). Fine Dining (kleinere Brigade, höhere Technik-Anforderung, tiefe Stations-Tiefe, Bewertungs-Druck über Guides). Suchen Sie ein Profil aus einer Konzept-Kategorie, die der eigenen höchstens eine Stufe entfernt ist. Quereinstiege funktionieren, brauchen aber 6-12 Monate Einarbeitung und ein klares Begleitungs-Modell ; im Interview muss die Kandidatin oder der Kandidat erklären können, was sich in der neuen Kategorie strukturell ändert.

Frage 3: Welche Brigade-Größe und welche Karten-Komplexität? Ein:e Souschef:in, die:der eine 5-köpfige Brigade in einem Haus mit 60 Sitzplätzen und 800 k€ Jahresumsatz geführt hat, arbeitet anders als jemand mit 12-köpfiger Brigade in einem Hotelrestaurant mit 150 Sitzplätzen, Bankett-Verbund und 3 M€ Jahresumsatz. Brigade-Rituale, Mise-en-Place-Tiefe, Stationen-Cross-Training und Karten-Mitarbeit unterscheiden sich. Suchen Sie ein Profil, dessen vorherige Brigade-Größe höchstens 2x kleiner oder größer als Ihre ist ; größere Abstände erfordern echte Neuanpassung. Im deutschen KMU-Gastgewerbe rechtfertigt sich die Vollzeitstelle Souschef:in ab 60-80 Sitzplätzen oder einer Brigade von mindestens 4-5 Köch:innen ; darunter reichen eine:n Chef de Partie mit erweitertem Scope oder eine:n Stellvertretung über die:den erfahrensten Chef de Partie.

Konvergieren die drei Antworten zu einer:einem Vollzeit-Souschef:in für eine Brigade von 5-15 Köch:innen (und nicht zu einer:einem Chef de Partie oder einer:einem direkten Stellvertretungs-Küchenchef:in), gehen Sie zum Anzeigen-Modell weiter unten.

Stellenausschreibung (Vorlage)

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Souschef:in (m/w/d) für eine Brigade von 5-15 Köch:innen

[Hausname], [Individualgastronomie / Hotelrestaurant / Systemgastronomie / Fine Dining] mit Sitz in [Stadt], [X] Sitzplätze, [X] Couverts pro Service, [X] M€ Jahresumsatz, Brigade von [X] Köch:innen, sucht eine:n Souschef:in zur Stellvertretung der:des Küchenchef:in und zur Mit-Steuerung der Brigade.

Ihre Aufgabe

Als Souschef:in vertreten Sie die:den Küchenchef:in in operativer Verantwortung und steuern in Partnerschaft die Brigade: Mise en Place und Pass-Output über alle Stationen, Wareneinsatz und Portionierungs-Standards, HACCP-Mit-Verantwortung, Karten-Mitarbeit mit Saison-Bezug, Onboarding und Schicht-Begleitung der Brigade und Mit-Reporting an [Geschäftsführung / Hotel-Direktion / F&B-Direktion].

Hauptverantwortlichkeiten

  • Stellvertretung der:des Küchenchef:in im Tagesgeschäft und bei Abwesenheit (mehrwöchige Vertretung bei Urlaub, Krankheit oder externem Einsatz) mit täglicher schriftlicher Übergabe.
  • Steuerung des Pass-Outputs und der Stationen-Koordination während Mise en Place und Service ([X] Couverts pro Service auf [X] Stationen).
  • Mit-Verantwortung für Wareneinsatz und Portionierungs-Standards: tägliche Wareneingangs-Kontrolle, wöchentliche Portionierungs-Audits pro Station, monatliche Inventur in Partnerschaft mit Küchenchef:in.
  • HACCP-Mit-Verantwortung: Reinigungspläne, Kühlketten-Protokolle, Wareneingangskontrolle, Schulungsnachweise pro Station, Allergene-Schulung Brigade halbjährlich.
  • Brigade-Führung und Onboarding: tägliches Pre-Service-Briefing, Begleitung der Stationen-Rotation, Probezeit-Feedback in Woche 4 für neue Eintritte, Mit-Entscheidung bei Personal-Themen.
  • Karten-Mitarbeit mit Saison-Bezug: Vorschläge für Saison-Rotationen, Lieferanten-Suche für regionale Produkte, Margen-Analyse pro Gericht in Partnerschaft mit Küchenchef:in.
  • [Falls anwendbar] Mit-Verantwortung für Bankett, Events und externe Veranstaltungen ; Koordination mit [Hotel-Direktion / Sales-Team].

Profil

  • Unverzichtbar: 5-12 Jahre Erfahrung in einer professionellen Küchen-Brigade, davon mindestens 24 Monate auf einer Souschef- oder Chef-de-Partie-Position in einem vergleichbaren Haus ; Beherrschung von mindestens 3-4 klassischen Brigade-Stationen (Saucier, Patissier, Garde Manger, Entremetier, Rôtisseur) ; Mise-en-Place-Disziplin und Pass-Reflex ; physische Präsenz am Pass während Rush-Hour ; Vertrautheit mit HACCP-Pflichten.
  • Wünschenswert: Erfahrung in der Konzept-Kategorie [Individualgastronomie / Hotelrestaurant / Systemgastronomie / Fine Dining] ; Patisserie- oder Saucier-Spezialisierung ; Erfahrung mit Multi-Outlet, mit Bankett-Verbund oder mit einem Sterne-Konzept ; Beherrschung eines modernen Bestell- und Inventur-Tools (Foodnotify, Marketman, In-House-Lösung).
  • Disqualifizierend: keine Stellvertretungs-Erfahrung in der Vergangenheit ; Lücken in mehr als zwei klassischen Brigade-Stationen ; reine Stations-Haltung ohne übergreifenden Brigade-Reflex ; Instabilität (mehrere 12-Monats-Stationen hintereinander) ; Nicht-Vertrautheit mit HACCP-Pflichten oder mit dem Arbeitszeitgesetz und Jugendarbeitsschutz.

Was wir bieten

  • Bruttojahresvergütung: Fix [30-48] k€ nach Erfahrung, Brigade-Größe und Scope, plus [Weihnachts- und Urlaubsgeld nach Länder-Tarifvertrag DEHOGA oder DEHOGA-Tarifempfehlung, ggf. variable Komponente an F&B-Zielen, freie Verpflegung im Dienst].
  • Modell: Vollzeit, vor Ort in [Stadt], Schicht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit branchen-typisch im Rahmen des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG) und des anwendbaren Länder-Tarifvertrags DEHOGA. Probezeit 6 Monate.
  • Benefits: [betriebliche Altersvorsorge, Mitarbeiter-Verpflegung, Job-Ticket oder Fahrrad-Leasing, Weiterbildungsbudget Hotelfachschule oder externer Stage, Urlaubsregelung nach Tarifvertrag].
  • Stack: [Kassensystem, Bestell- und Inventur-Tool, Schicht-Planung, F&B-Reporting, HACCP-Dokumentation].

Gehaltsband

Festgehalt, brutto pro Jahr

25. Perzentil
30.000 €
Median
38.000 €
75. Perzentil
48.000 €

Bruttofixgehalt pro Jahr für eine:n Souschef:in mit 5-12 Jahren Erfahrung in der deutschen Gastronomie (Individualgastronomie, Hotelrestaurant, Systemgastronomie oder Fine Dining ab 60-150 Sitzplätzen). München, Frankfurt, Hamburg und Düsseldorf ziehen die Bandbreite um 10-15 % nach oben ; ländliche Regionen und der Osten ziehen sie um 5-10 % nach unten. Profile mit Stationserfahrung in 1- oder 2-Sterne-Häusern, mit Patisserie- oder Saucier-Spezialisierung oder mit nachgewiesener Brigade-Führung (mindestens 6-10 Köch:innen unter sich) liegen am oberen Ende. Sonderzahlungen (Weihnachts- und Urlaubsgeld nach DEHOGA-Tarifempfehlung) sowie freie Verpflegung sind branchen-typisch, aber strukturell außerhalb des Fixgehalts.

Quellen: Destatis Verdiensterhebung Gastgewerbe (April 2025) ; StepStone Gehaltsreport Souschef 2026 ; DEHOGA Tarifempfehlung und Länder-Tarifverträge Gastgewerbe ; Glassdoor Gehaltsdaten Souschef Deutschland 2025

Wo Sie diese Rolle finden

  1. Spezialisierte Hospitality-Plattformen (Hogapage, HOTELCAREER)

    300-600 € pro Plattform für 30 Tage, je nach Standort und Tier

    Für Souschef:innen-Profile in Deutschland der mit Abstand stärkste Kanal. Die Bewerber:innen sind branchenintern, kennen Brigade-Rhythmus, Pass-Disziplin, HACCP und Schicht- sowie Wochenend-Realität. Hogapage und HOTELCAREER decken vor allem Hotelrestaurants, gehobene Individualgastronomie und Fine Dining ab. Erwarten Sie 50-70 % der qualifizierten Bewerbungen über diese Plattformen, wenn die Anzeige 30 Tage geschaltet ist, der Konzept-Fit klar beschrieben wird und die Brigade-Größe explizit genannt ist.

  2. LinkedIn

    200-400 € pro Monat (Job Slots) plus Recruiter Lite

    Mäßig stark für Souschef:innen-Profile aus Hotelketten, Premium-Konzepten und urbanen Häusern in Berlin, München, Hamburg und Köln. Aktives Sourcing über InMails liefert besseres Signal als reine Job-Posts, weil die meisten erfahrenen Souschef:innen nicht aktiv suchen, aber auf gut geframte Direktansprache mit konkreter Brigade-Beschreibung reagieren. Weniger relevant für klassische Individualgastronomie auf dem Land.

  3. XING

    ProJobs ab 195 € pro Monat

    Weiterhin relevant für Hotelrestaurants und gehobene Individualgastronomie im deutschen Mittelstand, besonders in NRW, Bayern und Baden-Württemberg. Profile über 40 Jahre und Quereinsteiger:innen aus Hotel-Brigaden sind auf XING tendenziell besser erreichbar als auf LinkedIn. Komplementär zu LinkedIn, nicht Ersatz.

  4. Mitarbeiter-Empfehlungen aus Küchen-Netzwerken

    500-1.500 € pro erfolgreiche Vermittlung nach bestandener Probezeit

    In der Gastronomie der qualitativ stärkste Kanal: Köch:innen, Patissier:innen und ehemalige Brigade-Kolleg:innen kennen die guten Souschef:innen ihrer vorherigen Häuser. Ein dotiertes Empfehlungsprogramm (500-1.500 € nach Probezeit) zahlt sich besser aus als zusätzliches Plattform-Budget, weil die Empfehlungen den Konzept-Fit und die Stations-Reife schon vorfiltern. Verlangt aber ein bestehendes Küchen-Team mit Branchen-Vernetzung und gesunder Fluktuation.

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Evaluations-Playbook

Die Rolle Souschef:in zeigt sich über vier Evaluations-Stufen. Das Trial-Cooking oder der Service-Test (Stufe 3) ist zentral: ohne konkrete Mise en Place und ohne Pass-Beobachtung im laufenden Service ist es schwer, eine:n Souschef:in mit echter Brigade-Reife von jemandem zu unterscheiden, der:die nur über Saucen und Saisonalität sprechen kann.

  1. Stufe 1: CV-Lektüre

    Achten Sie auf Konzept-Kohärenz (Souschef:in im Fine Dining arbeitet mit anderen Reflexen als in der Systemgastronomie, in einem Hotelrestaurant oder in der gehobenen Individualgastronomie) und auf Stationen-Tiefe (mindestens 24 Monate auf vorherigen Souschef- oder Chef de Partie-Positionen, in einer Branche mit hoher Fluktuation ein starkes Signal). Negativ: mehrere 12-Monats-Stationen als Souschef:in hintereinander oder Lücken ohne Erklärung. Prüfen Sie die genannten Häuser: ein CV ohne Brigade-Größe, Couverts pro Service, Stationen-Rotation oder Konzept-Beschreibung beschreibt eine:n Chef de Partie, keine:n echte:n Souschef:in mit Stellvertretungs-Verantwortung.

  2. Stufe 2: Telefon-Screen (30 Min.)

    Nur drei Fragen: (1) Beschreiben Sie Ihr aktuelles Haus (Sitzplätze, Couverts pro Service, Karten-Format, Brigade-Größe und Stationen-Aufteilung), (2) Welche Stationen haben Sie selbst geführt, und welche führen Sie heute als Souschef:in indirekt? (klare Brigade-Sprache vs. vage), (3) Warum suchen Sie jetzt einen Wechsel? (klare Erzählung vs. dispers). Ergebnis: Go oder No-Go in 5 Min. Debrief, nicht mehr.

  3. Stufe 3: Trial-Cooking oder Service-Test

    Zwei mögliche Formate je nach Senioritätsstufe und Konzept-Fit. Variante A (Trial-Cooking, 4-6 Std.): Die:der Kandidat:in bereitet ein 3-Gang-Menü für 4-6 Personen aus einem von Ihnen vorgegebenen Warenkorb, plant Mise en Place und Timing selbst und liefert nach dem Kochen einen kurzen mündlichen Debrief (Diagnose der eigenen Schwächen, Hebel zur Verbesserung). Variante B (Service-Test, 1 Abend in echter Brigade): Die:der Kandidat:in übernimmt eine vereinbarte Station (Garde Manger, Entremetier oder Saucier) während eines realen Services von 30-60 Couverts, unter Aufsicht der:des Küchenchef:in. Bewerten Sie Mise-en-Place-Disziplin, Pass-Kommunikation, Reaktion in der Spitze und Sauberkeit am Posten mehr als die genaue Geschmacks-Note. Ein:e gute:r Souschef:in fragt vor dem Service nach Karten-Details, Pass-Reihenfolge und HACCP-Regeln des Hauses, bevor sie:er an den Posten geht.

  4. Stufe 4: Strukturiertes Interview (90 Min.) plus Referenzen

    Folgen Sie den 15 Fragen unten und wechseln Sie zwischen behavioral, situational, case, technical und values. Mindestens 2 Interviewer:innen (idealerweise die:der Küchenchef:in plus eine Person aus der Geschäftsführung oder Hotel-Direktion), unabhängiges Scoring vor dem Debrief. Rufen Sie zwei Referenzen an: eine:n ehemalige:n Küchenchef:in und eine:n ehemalige:n Chef de Partie aus der vorherigen Brigade. Vier identische Fragen pro Referenz: Worin ist sie:er am stärksten? Worin würden Sie eine ergänzende Person einstellen? Würden Sie sie:ihn morgen wieder einstellen, warum oder warum nicht? Ein konkretes Beispiel einer Rush-Hour am Pass, die unter ihrer:seiner Leitung gut oder schlecht gelaufen ist? Die 4. Frage liefert das meiste Signal.

Strukturierte Interviewfragen

  1. Verhaltensbezogen Brigade-Führung im Rush

    Beschreiben Sie einen Service, in dem die Brigade in der Spitze unter Druck stand (volle Auslastung, Ausfall einer Station, Reklamation am Pass). Wie haben Sie operativ entschieden, was zuerst rausgeht?

    Worauf eine starke Antwort hinweist

    Fähigkeit zur Hierarchisierung am Pass ohne Panik: explizites Kriterium für Pass-Reihenfolge (Tisch-Synchronität, Garzeiten, Wartezeit am Tisch), physische Präsenz am Pass statt Steuerung aus der Vorbereitung, klare Kommunikation an Stationen und an Service. Bonus: die:der Kandidat:in hat eine konkrete Maßnahme zur Vermeidung der Wiederholung umgesetzt (Mise en Place früher, Karten-Reduktion an stressigen Tagen, Cross-Training). Wer ich habe alle motiviert antwortet ohne Mikro-Entscheidungen am Pass zu benennen, hat keine echte Stellvertretungs-Verantwortung praktiziert.

  2. Verhaltensbezogen Food-Cost-Steuerung

    Erzählen Sie von einem Moment, in dem Sie eine Abweichung beim Wareneinsatz, beim Schwund oder bei den Portionen entdeckt haben. Wie haben Sie das aufgearbeitet?

    Worauf eine starke Antwort hinweist

    Wachsamkeit und Strukturierung der Eskalation: Die:der Kandidat:in beschreibt die Entdeckung (wöchentliche Inventur, Pass-Bons-Kontrolle, Vergleich Soll und Ist pro Station), quantifiziert die Abweichung in Prozent und schlägt eine Maßnahme vor (Portionierungs-Audit an der betroffenen Station, Lieferanten-Vergleich, Schwund-Protokoll). Bonus: Sie:er hat eine wiederkehrende Kontrolle eingeführt. Wer noch nie eine Abweichung gesehen hat, hat in sehr eng geführten Konzern-Konzepten gearbeitet oder hat keinen Zahlen-Reflex.

  3. Verhaltensbezogen Brigade-Führung im Rush

    Beschreiben Sie eine schwierige Entscheidung zu einem Brigade-Mitglied (Trennung in der Probezeit, Versetzung zwischen Stationen, Schicht-Konflikt zwischen Chef de Partie und Commis). Warum war sie schwierig, und wie haben Sie sie umgesetzt?

    Worauf eine starke Antwort hinweist

    Fähigkeit, die Entscheidung von persönlicher Bindung zu trennen, in einer Brigade mit dichten Teams und langer Schichtzeit. Bonus: Die:der Kandidat:in erwähnt die Verzögerung zwischen Signal und Entscheidung (gute Souschef:innen schlagen die Entscheidung schnell an die:den Küchenchef:in vor, unerfahrene warten bis zur Rush-Hour-Eskalation am Pass). Strukturierte Kommunikation an die verbleibende Brigade über das, was sich ändert, und warum.

Woran Sie eine:n exzellente:n Sales Manager:in erkennen

Kompetenz Unter Anforderung Auf Niveau Über Anforderung
Kulinarische Technik Beherrscht eine oder zwei Stationen routiniert, hat aber Lücken in mindestens zwei klassischen Brigade-Stationen (Saucier, Patissier, Garde Manger, Entremetier, Rôtisseur). Kann eigene Lücken schlecht benennen. Mise en Place dauert auf der Schwach-Station unverhältnismäßig lang. Solides Niveau auf 3-4 Stationen, ehrliche Selbsteinschätzung mit klar benannter Auffrischungs-Station. Mise en Place läuft auf allen geführten Stationen termingerecht. Beherrscht die klassischen Garmethoden und Grundsaucen ohne Rezeptbuch. Beherrscht alle 5 klassischen Stationen auf Souschef-Niveau und hat in mindestens 2 davon eine eigene Handschrift entwickelt (Sauce-Variante, Patisserie-Signatur, Garmethode). Kann die Brigade an jeder Station vertreten und ausbilden. Eigener Lernzyklus pro Jahr (Stage extern, Buchstudium, Wettbewerb) dokumentiert.
Brigade-Führung im Rush Steuert von der Vorbereitung oder von hinten in der Küche. Reagiert auf Eskalationen am Pass anstatt sie zu antizipieren. Verliert in der Spitze Überblick über Pass-Wartezeiten und Tisch-Synchronität. Pre-Service-Briefing ist unregelmäßig oder oberflächlich. Physisch am Pass während der Rush-Hour, klare Mikro-Entscheidungen (Pass-Reihenfolge, Stations-Umverteilung bei Ausfall, Sofort-Maßnahme bei Reklamation). Tägliches Pre-Service-Briefing strukturiert. Strukturierte Diagnose nach Service mit Küchenchef:in. Wiederkehrende Schwachstellen werden adressiert. Antizipiert die Rush-Hour über Reservierungs-Volumen, Karten-Mix und Brigade-Stärke. Die Brigade weiß ohne Worte, was im Druck zu tun ist, weil die Routinen klar und geübt sind. Reklamationen werden in unter 5 Minuten am Pass geklärt, ohne den Service zu blockieren. Cross-Training so weit gediehen, dass Stationen-Ausfälle in 2-3 Minuten umverteilt werden.
Food-Cost-Steuerung Liest die Kennzahlen punktuell oder gar nicht, rechnet in Karten-Beliebtheit ohne Wareneinsatz, Portionierung und Schwund zu zerlegen. Keine klare Kadenz zwischen Tag, Woche und Monat. Reagiert auf Abweichungen erst, wenn die:der Küchenchef:in sie nennt. Regelmäßige Kadenz auf 3-4 Kernkennzahlen (Wareneinsatz, Schwund-Quote, Portions-Soll vs. Ist, Mix-Anteil teurer Gerichte). Diagnostiziert eine Abweichung über strukturierten Vergleich Soll vs. Ist pro Station und schlägt 2-3 Hebel vor. Mit-Verantwortung an Lieferanten-Audits und Karten-Mix-Analyse. Steuert antizipativ: passt Mise en Place, Portionierungs-Standards und Schicht-Stärke an, bevor der Effekt im Monatsabschluss sichtbar wird. Trennt strukturelle vs. operative Ursachen. Kommuniziert Zahlen an die:den Küchenchef:in bevor sie angefragt werden. Eigene Verbesserungs-Hebel pro Quartal dokumentiert.
HACCP und Hygiene Pauschale HACCP ist Sache des Chefs-Haltung. Reinigungspläne, Wareneingangskontrolle, Schulungsnachweise sind lückenhaft oder fehlen. Keine eigene Dokumentations-Routine bei Stations-relevanten Punkten (Allergene, Kühlung, Reinigung pro Posten). Klare Mit-Verantwortung mit Küchenchef:in: tägliche und wöchentliche Hygiene-Kontrollen dokumentiert, monatliche Schulungsnachweise pro Station, Allergene-Schulung Brigade halbjährlich. Kennt die wichtigsten Verordnungen (EU 852/2004, IfSG, LMHV) und kann eine Veterinäramt-Kontrolle ohne Stress empfangen. Hygiene-Referenz in der Brigade: die Routinen überleben Personal-Wechsel, weil sie dokumentiert und ritualisiert sind. Wareneingangs-Kontrolle, Kühlketten-Protokolle, Reinigungspläne und Schulungsnachweise sind für die Geschäftsführung und für die Aufsichtsbehörden jederzeit prüfbar. Bildet eigene Brigade-Mitglieder in HACCP aus.
Menü-Kreativität und Saisonalität Setzt vorgegebene Rezepte routiniert um, ohne eigene Vorschläge zu machen. Kennt die regionale Saisonalität punktuell. Hat in den letzten 12 Monaten keine eigene Karten-Idee eingebracht. Reagiert auf Karten-Wechsel mit Widerstand statt mit Vorschlägen. Schlägt der:dem Küchenchef:in regelmäßig Karten-Ideen oder Saison-Anpassungen vor, mit Begründung über Verfügbarkeit, Preis und Karten-Mix. Kennt die regionale Lieferantenlandschaft. Hat in den letzten 12 Monaten mindestens 2-3 Gerichte eigenständig entwickelt und in die Karte gebracht. Echter Co-Pilot der Karten-Entwicklung: bringt strukturierte Saison-Konzepte ein (4-Wochen-Rotation, Sonderkarten für Events, Special-Bord-Konzepte). Kennt die Lieferantenlandschaft tief und hat eigene Beziehungen zu Erzeuger:innen aufgebaut. Eigene Handschrift in mindestens einem Gerichts-Segment der Karte erkennbar.
Stellvertretung Küchenchef:in Reine Ausführungs-Haltung: Chef entscheidet, ich koche. Bei Abwesenheit der:des Küchenchef:in zögert die Brigade oder eskaliert kleine Themen unangemessen. Keine schriftliche Übergabe an die:den Küchenchef:in nach Vertretungs-Phasen. Klare Stellvertretungs-Haltung: tägliches Pre-Service-Briefing, gemeinsame Diagnose der Reklamationen, geteilte Mit-Verantwortung für Karte und Wareneinsatz. Kann die Brigade für 1-2 Wochen Vertretung führen mit täglicher schriftlicher Übergabe an die:den Küchenchef:in. Echter Partner der:des Küchenchef:in: kann mehrwöchige Vertretung übernehmen, eigenständig Entscheidungen zu Lieferanten und Schicht-Planung treffen und die:den Küchenchef:in entlasten. Wird von der Geschäftsführung als zweite Stimme der Küche anerkannt, ohne die:den Küchenchef:in zu untergraben.

30/60/90-Tage-Plan

Bis Tag 30

  • Vollständige Stations-Lektüre der Brigade: Stärken pro Posten, Mise-en-Place-Routinen, Schicht-Präferenzen, Probezeit-Status, vertragliche Eckdaten
  • Audit der bestehenden HACCP-Dokumentation, der Lieferantenverträge und der Mise-en-Place-Standards pro Station
  • Erste dokumentierte 1:1 mit Küchenchef:in zu Prioritäten, bekannten Schmerzpunkten und Erwartungen an die Stellvertretung
  • Tägliche Präsenz am Pass während aller Services ; eigene Karten-Lektüre und Mise en Place auf zwei Stationen mitgekocht

Bis Tag 60

  • Tägliches Pre-Service-Briefing mit Brigade etabliert ; wöchentliche Mise-en-Place-Routine pro Station standardisiert
  • Erste Food-Cost-Hebel umgesetzt (2-3 identifizierte Optimierungen: Portionierungs-Standards, Lieferanten-Vergleich, Schwund-Protokoll) mit messbarem Effekt
  • Onboarding-Routine standardisiert und auf die ersten Brigade-Eintritte ausgerollt (Vertrag, Anmeldungen, HACCP-Basics, Allergene, Probezeit-Feedback in Woche 4)
  • Reklamations-Pfad dokumentiert und mit der Brigade geübt: Sofort-Maßnahme am Pass, Eskalation an Küchenchef:in, Nachbearbeitung mit Service-Leitung

Bis Tag 90

  • Stabile operative Kadenz: kein wiederkehrendes Thema rutscht am Pass durch, Inventur, Schichtpläne und HACCP-Dokumentation auf 8-10 Wochen am Stück eingehalten
  • Erste eigene Karten-Vorschläge an Küchenchef:in mit Saison-Bezug, Margen-Analyse und Mise-en-Place-Plan eingebracht
  • Stellvertretungs-Probe absolviert (mindestens eine 5-7-tägige Phase ohne Küchenchef:in vor Ort) mit täglicher schriftlicher Übergabe
  • Formaler Bilanztermin mit Küchenchef:in: identifizierte Entwicklungsachsen für die nächsten 90 Tage und eigene Auffrischungs-Stationen geplant

Häufige Fehler bei der Besetzung dieser Rolle

Die Rolle Souschef:in ist eine der anspruchsvollsten in der Küchen-Brigade, weil sie kulinarische Technik, Stellvertretungs-Reife und kaufmännischen Reflex gleichzeitig verlangt. Vier Fallen tauchen in Recruiting-Prozessen wiederholt auf.

  1. Souschef:in und Chef de Partie verwechseln

    Ein:e Chef de Partie führt eine Station (Saucier, Patissier, Garde Manger, Entremetier oder Rôtisseur) mit 1-2 Commis unter sich und ist für Mise en Place und Pass-Output der Station verantwortlich. Ein:e Souschef:in vertritt die:den Küchenchef:in, führt die gesamte Brigade übergreifend, hat Mit-Verantwortung für Karte, Wareneinsatz, HACCP und Personal. Beides in einer Anzeige zu vermischen führt zu zwei klassischen Ergebnissen: Entweder zahlen Sie 42-48 k€ für ein Profil, das nur eine Station kennt und die Brigade nicht führen kann, oder Sie zahlen 30-32 k€ für ein Profil, das im Service Stations-Verantwortung übernimmt aber keine Stellvertretung leisten kann. Rahmen Sie den Scope explizit in der Anzeige.

  2. Auf Erfahrung in der falschen Konzept-Kategorie einstellen

    Ein:e Souschef:in aus der Systemgastronomie (60-150 Sitzplätze, standardisierte Karte, zentrale Vorgaben für Wareneinsatz und Mise en Place) arbeitet mit anderen Reflexen als ein:e Souschef:in aus der Individualgastronomie (autonome Karten-Entscheidung, lokale Lieferanten, persönliche Saisonalität), aus dem Hotelrestaurant (Verbund mit Bankett, Bar, Frühstück, Bewertungs-Druck der Hotelketten-Plattformen) oder aus dem Fine Dining (kleinere Brigade, höhere Technik-Anforderung, Stations-Tiefe). Suchen Sie ein Profil aus einer Konzept-Kategorie, die der eigenen höchstens eine Stufe entfernt ist. Eine:n Systemgastronomie-Souschef:in in ein Fine-Dining-Haus einzustellen produziert Reibung in den ersten sechs Monaten und oft eine Trennung im ersten Jahr.

  3. Den Trial-Cooking- oder Service-Test überspringen

    Die:der Souschef:in ist ein Posten, bei dem Mise-en-Place-Disziplin, Pass-Reflex und Stellvertretungs-Reife zentral sind und sich nur schwer in einem klassischen Interview prüfen lassen. Viele Kandidat:innen sprechen sehr gut über Saisonalität und Brigade-Führung, ohne im Druck strukturiert zu agieren oder ohne mit der eigenen Hand am Pass zu sein. Das Trial-Cooking oder der Service-Test ist der einzige verlässliche Weg, eine:n methodische:n Kandidat:in von jemandem zu unterscheiden, der:die über Methode spricht. Diese Stufe zu überspringen heißt blind einzustellen auf einer Rolle, bei der Nicht-Qualität teuer wird (Pass-Output unzuverlässig, Wareneinsatz entgleist, Brigade verlässt das Haus).

  4. Den Tarifvertrag, das Arbeitszeitgesetz und das Jugendarbeitsschutzgesetz ignorieren

    Das Gastgewerbe ist in den meisten Bundesländern an einen Länder-Tarifvertrag DEHOGA gebunden, der Mindestlohn-Eingruppierung, Sonderzahlungen, Schicht- und Wochenend-Zuschläge sowie Urlaubsansprüche regelt. Eine Anzeige oder ein Vertrag, der diese Vorgaben nicht respektiert, ist anfechtbar und kann bei einer Sozialversicherungsprüfung Nachzahlungen über 12-24 Monate auslösen. Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) setzt zudem harte Grenzen: maximal 10 Stunden pro Tag, mindestens 11 Stunden Ruhezeit. Falls Auszubildende in der Brigade sind, gilt zusätzlich das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) mit strengeren Schicht-, Pausen- und Ruhezeit-Regeln. Souschef:innen sind als Stellvertretung der:des Küchenchef:in mitverantwortlich für die Einhaltung in der Brigade.

Häufige Fragen

  • Was verdient ein:e Souschef:in in Deutschland?

    Die Referenzspanne für eine:n Souschef:in mit 5-12 Jahren Erfahrung in der deutschen Gastronomie (Individualgastronomie, Hotelrestaurant, Systemgastronomie oder Fine Dining ab 60-150 Sitzplätzen) liegt bei 30-48 k€ Bruttojahresfixgehalt (Median um 38 k€). München, Frankfurt, Hamburg und Düsseldorf ziehen die Bandbreite um 10-15 % nach oben ; ländliche Regionen und der Osten ziehen sie um 5-10 % nach unten. Profile mit Stationserfahrung in 1- oder 2-Sterne-Häusern, mit Patisserie- oder Saucier-Spezialisierung oder mit nachgewiesener Brigade-Führung (mindestens 6-10 Köch:innen unter sich) liegen am oberen Ende. Sonderzahlungen (Weihnachts- und Urlaubsgeld nach DEHOGA-Tarifempfehlung) und freie Verpflegung sind branchen-typisch, aber strukturell außerhalb des Fixgehalts.

  • Was ist der Unterschied zwischen Souschef:in und Chef de Partie?

    Ein:e Chef de Partie führt eine Station (Saucier, Patissier, Garde Manger, Entremetier oder Rôtisseur) mit 1-2 Commis unter sich und ist für Mise en Place und Pass-Output der Station verantwortlich ; der Scope ist eine Station und ihre Produkte. Ein:e Souschef:in vertritt die:den Küchenchef:in, führt die gesamte Brigade übergreifend, hat Mit-Verantwortung für Karte, Wareneinsatz, HACCP, Personal-Führung und Reporting an die Geschäftsführung oder Hotel-Direktion. Die beiden Rollen überschneiden sich teilweise, sind aber nicht gleichwertig. Beides in einer Anzeige zu vermischen führt entweder zu Frustration auf Kandidat:innenseite (zu führend für ein Stations-Profil) oder zu Versagen auf Unternehmensseite (Stellvertretung kann nicht geleistet werden).

  • Wie lange dauert die Einstellung einer:eines Souschef:in in Deutschland?

    Rechnen Sie mit 35-55 Tagen zwischen der Veröffentlichung der Anzeige und der Vertragsunterzeichnung für eine Mid-Level-Position. Der Markt ist eng, weil die guten Profile selten aktiv suchen und über Brigade-Netzwerke wechseln. Die Fristen verkürzen sich bei aktivem Sourcing über Mitarbeiter-Empfehlungen aus Küchen-Netzwerken und Direktansprache auf spezialisierten Plattformen, verlängern sich bei sehr spezifischen Konzept-Anforderungen (Fine Dining, gehobenes Hotelrestaurant, vegetarisches Premium-Konzept). Eine Verkürzung unter 35 Tage geht meist auf Kosten der Trial-Cooking- oder Service-Test-Phase, was die Einstellungsqualität deutlich verschlechtert.

  • Welche rechtlichen Vorgaben gelten für Souschef-Stellenausschreibungen in Deutschland?

    Fünf zentrale Vorgaben: (1) geschlechtsneutrale Stellenbezeichnung mit (m/w/d) oder Doppelpunkt-Schreibweise (§ 11 AGG), (2) Pflicht zur Gehaltstransparenz in der Anzeige oder vor dem ersten Interview (EU-Entgelttransparenzrichtlinie 2023/970, Umsetzung bis 7. Juni 2026), (3) Hinweis auf Schicht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit als branchen-typische Vertragsbestandteile mit Bezug zum Arbeitszeitgesetz (ArbZG), (4) Bezug auf den anwendbaren Länder-Tarifvertrag DEHOGA, falls Ihr Haus gebunden ist, (5) Hinweis auf das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG), falls Auszubildende in der Brigade sind. Befristungen unterliegen dem TzBfG (sachgrundlos höchstens 24 Monate, mit Sachgrund bis 3 Jahre üblich), die Probezeit beträgt regelmäßig 6 Monate.

  • Braucht es eine bestimmte Ausbildung, um eine:n Souschef:in einzustellen?

    Es gibt keine gesetzlich vorgeschriebene Ausbildung für diese Rolle. In der Praxis kommen erfahrene Souschef:innen in Deutschland aus unterschiedlichen Wegen: Ausbildung als Koch:Köchin mit anschließender Stations-Rotation und Chef-de-Partie-Phase, Hotelfachschule mit IHK-Abschluss, Quereinstieg aus internationaler Brigade mit gleichwertiger praktischer Erfahrung. Praktische Erfahrung in einem Haus vergleichbarer Größe und Konzept-Kategorie wiegt mehr als das Diplom. Das diskriminierende Kriterium ist die Stations-Tiefe (mindestens 3-4 klassische Brigade-Stationen geführt) plus die Stellvertretungs-Reife, validiert über die Trial-Cooking- oder Service-Test-Phase.

  • Soll die:der Souschef:in selbst kochen oder nur steuern?

    In der deutschen Gastronomie ist die Player-Coach-Haltung der Standard: 60-80 % der Zeit physisch am Pass und an Stationen während Mise en Place und Service, der Rest für Brigade-Führung, Wareneingangs-Kontrolle, HACCP-Dokumentation, Karten-Mitarbeit und Reporting. Das Verhältnis verschiebt sich je nach Brigade-Größe: in einer 5-köpfigen Brigade liegt der Kochanteil eher bei 80-85 %, in einer 12-15-köpfigen Hotelbrigade mit mehreren Outlets eher bei 50-60 %. Anzeigen, die 100 % Kochen UND 100 % Brigade-Führung fordern, zeigen eine unklare Rollendefinition und ziehen meist Chef-de-Partie-Profile mit zu wenig Stellvertretungs-Reife an.

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