Lohntransparenz
Auch bekannt als: Gehaltstransparenz, Pay Transparency
Die EU-regulatorische Verschiebung
Die EU-Lohntransparenz-Richtlinie (2023) wird Mitte 2026 in den Mitgliedsstaaten vollständig anwendbar. Praktische Anforderungen:
- Transparenz in Anzeigen: Gehalt oder Spanne muss in der Anzeige stehen oder vor jedem Interview kommuniziert werden. Fragen nach aktuellem Gehalt sind eingeschränkt.
- Interne Gehaltsoffenlegung: Mitarbeitende haben Recht auf Information über durchschnittliche Vergütungs-Niveaus für dieselbe Rolle oder gleichwertige Arbeit.
- Gender-Pay-Gap-Reporting: Unternehmen über 100 Mitarbeitenden veröffentlichen Lücken-Daten, mit Korrekturmaßnahmen bei >5 %.
- Recht, Gehaltshistorie nicht zu nennen: Kandidat:innen können ohne Nachteil ablehnen, das aktuelle Gehalt zu teilen.
Nationale Umsetzungen variieren. Die meisten europäischen KMU müssen jetzt oder im nächsten Jahr in aktiver Compliance sein.
Warum die meisten KMU ohnehin von Lohntransparenz profitieren
Der Recruiting-Effekt freiwilliger Spannen-Veröffentlichung in publizierten Daten:
- Bewerbungsvolumen: Anzeigen mit Spannen bekommen 30-80 % mehr qualifizierte Bewerbungen.
- Time-to-hire: Personen, die sich auf die Spanne selbst filtern, erreichen das Angebot schneller.
- Annahmequote: Wer die Spanne vor Bewerbung kannte, lehnt am Angebot seltener ab.
Was die meisten KMU bremst, ist intern: bestehende Lohn-Diskrepanzen zwischen Personen mit ähnlicher Arbeit, die durch veröffentlichte Spannen sichtbar werden. Transparenz erzeugt Druck, das zu adressieren — das richtige Ergebnis, aber Reibung.
Praktische erste Schritte
Für ein KMU, das mit „wir veröffentlichen keine Spannen” startet:
- Aktuelle Vergütung auditieren: Cross-Section nach Rolle und Level. Auf unbegründeten Spread schauen.
- Spannen entwerfen: enger als der aktuelle Spread pro Level; Ausreißer im nächsten Review-Zyklus adressieren.
- Spannen erst in Anzeigen veröffentlichen, intern als zweiter Schritt.
Wo Join hineinpasst
Gehaltsspannen sind ein Pflichtfeld auf Join-Anzeigen — sodass die Recruiter:in nicht versehentlich nicht-transparent veröffentlicht. Mehr auf der Funktionsseite.
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