Sourcing
Auch bekannt als: Talent-Sourcing, Candidate-Sourcing
Für Rollen, auf die sich die richtige Person selten bewirbt (Senior Engineers, spezialisierter Vertrieb, Nischen-Operations), ist Sourcing das eigentliche Hiring.
Was Sourcing umfasst
Drei Tätigkeiten stecken im Begriff:
- Suchen. Boolean-Suchen auf LinkedIn, GitHub, Nischenverzeichnissen. Eine Senior Engineer:in, die nicht aktiv sucht, wird hier gefunden.
- Ansprache. Die erste Nachricht. Die Latte ist hoch — eine generische „Wir stellen ein!”-Nachricht wird ignoriert; eine konkrete zur jüngsten Arbeit der Person bekommt eine Antwort.
- Netzwerk aktivieren. Team und Investor:innen nach Empfehlungen fragen. Die günstigste Quelle für gute Kandidat:innen in den meisten Unternehmen.
Sourcing füllt das obere Ende des Hiring-Funnels, wenn die Anzeige allein nicht reicht.
Warum ein KMU sourcen muss
Die meisten KMU besetzen pro Jahr ein bis zwei spezialisierte Rollen, die eine eingehende Anzeige nie gut füllt. Für diese Rollen ist Sourcing der gesamte Prozess. Die „Bewerbungen”, die das Team prüft, hat das Team selbst produziert.
Sourcing produziert auch eine andere Art Kandidat:in. Eingehende Bewerber:innen wählen sich selbst aus über „Ich suche gerade”. Gesourcte Personen suchten oft nicht aktiv — was das Gespräch anders macht und das Angebot mit einem bestehenden Job konkurrieren lässt.
Wie gutes Sourcing aussieht
Ein paar Indikatoren:
- Konkrete Ansprache, kein Spray. Eine Antwortquote von 25-40 % auf Outbound-Nachrichten ist normal, wenn die Nachricht konkret ist. Unter 10 % heißt: zu generisch.
- Ein Gespräch pro Rolle pro Woche, nicht zwanzig. Sourcing ist aufwendig. Drei solide Kandidat:innen schlagen dreißig kalte Namen.
- Ein lebendiger Talentpool. Wer sagt „nicht jetzt, frag in sechs Monaten”, muss in einem Pool liegen, in dem die Person wiederzufinden ist. Ohne diesen Pool wird jedes Mal neu gesourct.
- Empfehlungen als Gewohnheit, nicht als Quartalsbitte. Wiederkehrende kurze Erinnerungen an jedes Teammitglied wirken besser als ein All-Hands einmal im Jahr.
Was Sourcing nicht ist
Es ist kein Spam. Massenhaft gesendete LinkedIn-InMails ohne Kontext schaden der Arbeitgebermarke und führen selten zu Einstellungen.
In einem KMU ist Sourcing auch keine eigene Funktion neben Recruiting. Dieselbe Person, die eingehende Bewerbungen prüft, sourct für die schweren Stellen.
Wo Join hineinpasst
Der Talentpool in Join speichert gesourcte Personen und Re-Engagement-Notizen, damit ein „nicht jetzt” heute in sechs Monaten ein Gespräch wird. Mehr auf der Funktionsseite.
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